EU-Richtlinie PSD2

Payment Services Directive

PSD2 ist die Abkürzung für "Payment Services Directive". Mit dieser EU-Richtlinie will der europäische Gesetzgeber einheitliche Standards für den Verbraucherschutz und den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr vorantreiben. Generelles Ziel von PSD2 ist es, Zahlungen in Europa sicherer und bequemer zu machen. Die Umsetzung in nationales Recht soll Anfang 2018 erfolgen. Unter anderem sind folgende Änderungen vorgesehen.

Erlaubnisverfahren

Die EU-Richtlinie PSD2 regelt ein einheitliches Erlaubnisverfahren für Zahlungsdienstleister. Diese müssen im Zulassungsverfahren definierte Anforderungen erfüllen.

Sicherheitsanforderungen

Die Novelle enthält für Zahlungsdienstleister strengere Sicherheitsanforderungen an die Zahlungsausführung, die Kunden besser vor Betrug oder Missbrauch schützen sollen. So erfordert die sogenannte starke Kundenauthentifizierung bei Kartenzahlungen künftig mindestens den Besitz der Karte und die Eingabe einer TAN oder eines Passwortes beziehungsweise die Bestätigung per Fingerabdruck. Diese starke Authentifizierung kann bei Zahlungen von Beträgen unter 30 Euro entfallen.

Zugriff auf Konten und Daten

Nach dem Willen der EU müssen die Banken künftig Drittdienstleistern einen Zugriff auf Konten und Daten von Kunden ermöglichen. Diese Dienstleister sollen über eine spezielle technische Schnittstelle des kontoführenden Instituts Zugang zum Konto des Bankkunden erhalten, sofern der Bankkunde eine explizite Erlaubnis zur Weitergabe erteilt.

Haftungsregelungen

Vorgesehen sind auch neue Haftungsregelungen. Bei autorisierten Zahlungsvorgängen soll der Zahler im Schadensfall nur noch eine Selbstbeteiligung von maximal 50 Euro tragen – es sei denn, er handelt betrügerisch, vorsätzlich oder grob fahrlässig.

Zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2017.